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Rhein-Main-Gebiet

Rhein-Main-Gebiet

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right|thumb|220px|Die Frankfurter Skyline

Die Region Frankfurt/ RheinMain ist eine Wirtschaftsregion und ein stadtischer Ballungsraum im Suden Hessens sowie Teilen der angrenzenden Bundeslander Rheinland-Pfalz (Rheinhessen) und Bayern (Unterfranken). Es ist die zweitgrosste der sieben Europaischen Metropolregionen in der Bundesrepublik.

Eine thematische Sammlung der Artikel rund um die Region Rhein-Main findet sich im Portal Frankfurt Rhein-Main.

Table of contents
1 Kernstadte
2 Abgrenzung
3 Wirtschaft
4 Naturraum
5 Geschichte
6 Kirchliche Zustandigkeiten
7 Wichtigste Sehenswurdigkeiten (Auswahl)
8 Weblinks

Kernstadte

Obwohl die Region meist als polyzentrischer Ballungsraum bezeichnet wird, besitzt sie mit der internationalen Metropole Frankfurt am Main funktional und geografisch einen klaren Mittelpunkt.

Andere stadtische Zentren der Region sind:

  • Wiesbaden
  • Mainz
  • Russelsheim
  • Frankfurt-Hochst
  • Bad Homburg
  • Darmstadt
  • Offenbach am Main
  • Hanau
  • Aschaffenburg
  • Giessen
  • Wetzlar

Abgrenzung

right|thumb|220px|Hessischer Landtag, ehemals nassauisches Stadtschloss, in Wiesbaden Die Abgrenzung der Region ist nicht eindeutig definiert. Das IHK-Forum Rhein-Main erstreckt sich zum Beispiel uber eine grosse Region. Verwendet man den Bereich der Industrie- und Handelskammern, die in diesem Forum Mitglied sind und der die ganze Wirtschaftsregion umfasst, zur Definition, so erhalt man folgende grosszugige Abgrenzung:

Sieben kreisfreie Stadte:

  • Stadt Frankfurt am Main
  • Stadt Offenbach am Main
  • Stadt Wiesbaden
  • Stadt Mainz (der dortigen Mundung des Mains in den Rhein verdankt die Region ihren Namen)
  • Stadt Worms
  • Stadt Darmstadt
  • Stadt Aschaffenburg

17 Landkreise:

  • Main-Taunus-Kreis
  • Hochtaunuskreis
  • Wetteraukreis
  • Main-Kinzig-Kreis
  • Kreis Offenbach
  • Lahn-Dill-Kreis
  • Landkreis Aschaffenburg
  • Landkreis Miltenberg
  • Kreis Darmstadt-Dieburg
  • Odenwaldkreis
  • Kreis Bergstrasse
  • Landkreis Alzey-Worms
  • Landkreis Mainz-Bingen
  • Rheingau-Taunus-Kreis
  • Landkreis Limburg-Weilburg
  • Landkreis Giessen
  • Vogelsbergkreis

Nach dieser Abgrenzung umfasst die Grossregion 13.400 km² Flache mit 5,4 Millionen Einwohnern.

Das Gesetz zur Starkung der kommunalen Zusammenarbeit und Planung in der Region Rhein-Main des Landes Hessen definiert hingegen explizit folgende Abmessung:

  • die kreisfreien Stadte Frankfurt am Main und Offenbach am Main,
  • in den Landkreisen Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis und Offenbach alle Stadte und Gemeinden,
  • im Main-Kinzig-Kreis die Stadte Bruchkobel, Hanau, Langenselbold, Maintal, Nidderau und Gemeinden Erlensee, Grosskrotzenburg, Hammersbach, Neuberg, Niederdorfelden, Rodenbach, Ronneburg, Schoneck,
  • im Wetteraukreis die Stadte Bad Nauheim, Bad Vilbel, Butzbach, Friedberg (Hessen), Karben, Munzenberg, Niddatal, Reichelsheim (Wetterau), Rosbach v. d. Hohe und Gemeinden Florstadt, Ober-Morlen, Rockenberg, Wolfersheim, Wollstadt,
  • im Landkreis Gross-Gerau die Stadte Gross-Gerau, Kelsterbach, Morfelden-Walldorf, Raunheim, Russelsheim und Gemeinden Bischofsheim, Ginsheim- Gustavsburg, Nauheim.

Daneben existieren noch andere (meist enger gefasste) Abgrenzungen, die etwa die Kreise Giessen, Lahn-Dill, Vogelsberg oder Bergstrasse nicht mit zur Region zahlen.

Der engere Ballungsraum, der in etwa der Ausdehnung des S-Bahn-Netzes entspricht, reicht von Wiesbaden und Mainz im Westen bis Aschaffenburg im Osten sowie von Friedberg und Bad Nauheim im Norden bis Darmstadt im Suden. Dieses Gebiet zahlt 3,4 Millionen Einwohner auf 5.500 km² Flache.

Im Zentrum des Rhein-Main-Raums liegt die engere Stadtregion Frankfurt, zu der z.B. Offenbach, Hanau, Bad Homburg und Russelheim gehoren. Die ubrigen Kernstadte Wiesbaden, Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg bilden mit ihrem Umland eigene Stadtregionen.

Wirtschaft

right|thumb|220px|Flughafen Frankfurt Die zentrale und verkehrsgunstige Lage in Sudwestdeutschland forderte schon Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrialisierung der Region. Unternehmen aus vielen Branchen haben hier ihren Sitz und beschaftigen in der Region etwa 1,8 Mio Arbeitnehmer. Dabei uberwiegen in der Rhein-Main-Metropole Frankfurt Handel und Dienstleistungen (Banken und Versicherungen, Frankfurter Messe). Industrie ist vor allem in den Bereichen Chemie (Hochst, Wiesbaden, Offenbach) und Fahrzeugbau (Russelsheim) vertreten. Darmstadt hat sich als Wissenschaftsstadt, Wiesbaden als Sitz von Versicherungsunternehmen und Bundesbehorden etabliert.

Der Logistikbereich ist besonders durch den Flughafen Frankfurt und die zentrale Anbindung (Autobahnen, Eisenbahn) stark begunstigt. Das Frankfurter Kreuz und der Frankfurter Hauptbahnhof sind jeweils die verkehrsreichsten in Europa. Im Umkreis von 6 Stunden Fahrt erreicht man Hamburg, die Benelux-Staaten, Paris, die Schweiz, Osterreich, Tschechien, Polen und Berlin. Weitere wichtige Bahnhofe im Fernverkehr sind Mainz und Frankfurt-Flughafen. Uber den Frankfurter Flughafen ist jedes wichtige Flugziel weltweit als Direktflug verfugbar. Die Infrastruktur im Rhein Main Gebiet gilt als sehr gut ausgebaut.

Naturraum

Die landschaftliche Attraktivitat der Region ergibt sich aus dem Gegensatz zwischen den Ebenen der beiden namensgebenden Flusse und den die Region begrenzenden Mittelgebirgen.

Die Untermainebene ist der nordliche Auslaufer der Oberrheinischen Tiefebene, die etwa von Basel bis Frankfurt reicht. Die Mainmundung gilt als die Grenze zwischen Ober- und Mittelrhein. Letzterer durchbricht in einem engen, teilweise schluchtartigen Tal das Rheinische Schiefergebirge. Ausser den beiden genannten Stromen sind Nidda, Kinzig und Nahe wichtige Flusse der Region, an ihrem Nordrand ausserdem die Nahe.

Funf Mittelgebirge begrenzen die Region: Taunus, Vogelsberg, Spessart, Odenwald und Hunsruck. Der Sudhang des Taunus (Rheingau und Vordertaunus) und der Westhang des Odenwalds (Bergstrasse) gehoren klimatisch zu den mildesten Gegenden in Deutschland.

Der Rheingau, das linksrheinische Gebiet Rheinhessen sowie das unterfrankische Maintal sind Weinbaugebiete. Die Landwirtschaft in der Wetterau im Norden der Region erfreut sich mit der ertragsreichsten Boden in Deutschland. Im dicht besiedelten Kernraum der Region um Frankfurt dienen die Freiflachen mehr der Naherholung als der Landwirtschaft, typisch fur das dortige Landschaftsbild sind Streuobstwiesen, deren Ertrage meist zur Produktion des Frankfurter Apfelweins dienen.

Geschichte

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Aschaffenburg_Schloss_Johannisburg.jpg
Schloss Johannisburg in Aschaffenburg

Eine bis heute gultige Besonderheit der Region ist, dass es niemals in der Geschichte eine territoriale Einheit des Rhein-Main-Gebiets gab. Der tausendjahrigen Kleinstaaterei verdankt die Region ihre kulturelle Vielfalt, aber auch die im Gegensatz zu konkurrierenden Metropolregionen schmerzhaft fehlende Kooperation und Koordination, die angesichts der Metropolkonkurrenzen einer globalisierten Weltwirtschaft einen schadlichen Anachronismus darstellt.

In romischer Zeit lag die Region an der Grenze des Imperiums. Mainz war unter dem Namen Moguntiacum Hauptstadt der Provinz Obergermanien, der Limes schutzte die Reichsgrenze und verlief uber den Kamm des Taunus und quer durch die Wetterau. Ausser Mainz gab es zahlreiche romische Kastelle in der Region (Hofheim, Hochst, Frankfurt, Kleiner Feldberg, Saalburg, u.a.) sowie eine kleine Stadt (Nida bei Frankfurt-Heddernheim). Wiesbaden war schon damals ein wichtiger Badeort (Aquae Mattiacorum).

Im fruhen Mittelalter (seit 343) wurde Mainz zu einem Bischofssitz, der spater einer der wichtigsten des Reichs wurde. Frankische Konige (Merowinger, spater Karolinger) errichteten Konigshofe, u.a. in Frankfurt und Ingelheim. Das Kloster Lorsch wurde durch Landschenkungen eines der machtigsten in Deutschland. Durch die gunstige Verkehrslage konnte die Region Handelsverkehr an sich ziehen, wichtige Strassen entstanden, so die Via Regia.

Im Hohen Mittelalter loste Frankfurt Mainz als wichtigste Stadt der Region ab. Frankfurt, Friedberg, Wetzlar und Gelnhausen (letzteres eine Kaiserpfalz der Staufer) waren Freie Reichsstadte. Die Erzbischofe von Mainz waren Erzkanzler des Reichs und einer der sieben Kurfursten. Frankfurt verdankte seinen Aufstieg der Rolle als bedeutende Messestadt und als Wahl-, spater auch Kronungsstatte der deutschen Kaiser.

Das Erzbistum Mainz umfasste grosse Gebiete im Westen und Osten (um Aschaffenburg) des Rhein-Main-Gebietes, als es 1803 aufgelost wurde. Nach dem Wiener Kongress verteilte sich ab 1816 die Region auf folgende Territorien:

  • Grossherzogtum Hessen (Hauptstadt Darmstadt), mit den Provinzen Starkenburg (Darmstadt, Offenbach), Rheinhessen (Mainz, Worms, Bingen) und Oberhessen (Giessen, Friedberg).
  • Kreis Wetzlar in der preussischen Rheinprovinz
  • Herzogtum Nassau (Hauptstadt Wiesbaden), mit Limburg und Hochst.
  • Kurfurstentum Hessen (Hauptstadt Kassel), mit Gelnhausen, Hanau, Bergen und Bockenheim
  • Landgrafschaft Hessen-Homburg (Bad Homburg)
  • Konigreich Bayern (Aschaffenburg)
  • Freie Stadt Frankfurt (Stadtstaat)

Nach dem Preussisch-Deutschen Krieg 1866 annektierte Preussen alle genannten Territorien ausser dem Grossherzogtum Hessen und dem Konigreich Bayern, die kleinere Gebietsteile abtreten mussten. Die territoriale Zersplitterung bestand allerdings weiter, da das Grossherzogtum Hessen durch das Stadtgebiet Frankfurt und den anschliessenden Kreis Hanau in zwei Teile geteilt blieb. Durch die Eingemeindungen der letzten Jahrzehnte ist das Stadtgebiet Frankfurt uber die ehemalige Landesgrenze Preussen-Hessen hinausgewachsen, z.B. Niedereschbach und Niedererlenbach.

1945 wurde das Rhein-Main-Gebiet durch die amerikanische Armee vom Faschismus befreit. Die Grenze zur spater auf Kosten der britischen und amerikanischen Zone eingerichteten Franzosische Besatzungszone wurde von den Alliierten willkurlich im Rhein festgelegt. Die Besatzungsmachte grundeten in der Folge die noch heute bestehenden Bundeslander jeweils auf ihrem Territorium. Durch die (franzosische) Grundung des neuen Landes Rheinland-Pfalz wurde Rheinhessen von Hessen abgetrennt, die Region (und sogar das Stadtgebiet von Mainz) wurde erneut administrativ geteilt.

Kirchliche Zustandigkeiten

Das Rhein-Main-Gebiet gehort zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau; auch Rheinhessen (Mainz), aber nicht bayrisches Gebiet. Bei der katholischen Kirche haben drei Diozesen Anteil am RMG, namlich Mainz an den fruher zu Hessen-Darmstadt gehorenden Gebieten, Limburg an den fruher zu Nassau, Frankfurt und Hessen-Homburg gehorenden Gemeinden und Fulda an den fruher kurhessischen Orten. In dieser Hinsicht ist die Stadt Frankfurt dreigeteilt.

Wichtigste Sehenswurdigkeiten (Auswahl)

  • In Frankfurt: Altstadt mit Kaiserdom, Paulskirche, Romerberg, Goethehaus und Mainufer; weitere City mit Alter Oper, Hauptwache, Hochhaus-Skyline, Hauptbahnhof, Messe, Museumsufer, Zoo und Palmengarten; ausserdem die erhaltene Hochster Altstadt mit dem Hochster Schloss und der Rhein-Main-Flughafen.
  • In Mainz: Dom, Stephanskirche, Kurfurstliches Schloss, Gutenbergmuseum, Romisch-Germanisches Museum.
  • In Ingelheim: Ingelheimer Kaiserpfalz
  • In Wiesbaden: Bowling Green mit Kurhaus und Staatstheater, Kurpark, Wilhelmstrasse und Warmer Damm, Schlossplatz mit Marktkirche und Hessischem Landtag (Stadtschloss), Neroberg mit Nerobergbahn, Schloss Biebrich.
  • In Darmstadt: Luisenplatz mit Ludwigsmonument, Stadtschloss, Kunstlerkolonie Mathildenhohe mit Hochzeitsturm, Hessisches Landesmuseum, Fossilienfundstatte Grube Messel (10 km nordlich)
  • Im Taunus: Schlosser und Burgen in Bad Homburg, Kronberg, Konigstein, Falkenstein und Eppstein; Limes mit Feldbergkastell und Saalburg; Grosser Feldberg und Altkonig; Kuranlagen in Bad Homburg und Bad Soden.
  • Im Rheingau: Zahlreiche Kloster, u.a. Eberbach und Johannisberg; Weinorte wie Rudesheim, Oestrich-Winkel, Geisenheim und Eltville; Niederwalddenkmal
  • In der Wetterau: Altstadte von Friedberg (Burg) und Budingen (Stadtbefestigung), Jugendstil-Kuranlagen in Bad Nauheim.
  • An der Bergstrasse, im Ried und im Odenwald: Kloster Lorsch, Heppenheim mit Starkenburg, Zwingenberg, Erbach und Michelstadt
  • Hanau und Umgebung: Hanau mit Goldschmiedehaus, Schloss Philippsruhe und Altstadt Steinheim, Gelnhausen mit Kaiserpfalz und Marienkirche, Seligenstadt mit Altstadt und Basilika
  • In Aschaffenburg und Umgebung: Schloss Johannesburg, Popejianum, Automuseum (Rosso Bianco),

Englischer Garten (Schonbusch), Schloss von Mespelbrunn, Stiftskirche, Altstadt

Weblinks

  • Planungsverband Ballungsraum Frankfurt / Rhein-Main (http://www.pvfrm.de/)
  • Region Frankfurt RheinMain online (http://www.region-frankfurt-rheinmain.de/)
  • Frankfurter Flughafen (http://www.frankfurt-airport.de/)
  • Rhein-Main-Verkehrsverbund (http://www.rmv.de/)
  • Veranstaltungen, Nachrichten (http://www.rheinkultur.net/index2.php)

Kategorie: Hessen Kategorie: Frankfurt am Main Kategorie: Raumplanung

en:Frankfurt Rhine Main Area

Quelle:: Wikipedia.org
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