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Bundesbank verdient mehr als erwartet

ÜBERRASCHENDES PLUS Bundesbank verdient mehr als erwartet Überraschend hat die Bundesbank im vergangenen Jahr einen Gewinn eingefahren. Experten hatten mit einer Nullrunde oder sogar mit einem Verlust gerechnet. Finanzminister Eichel erhält für seinen löchrigen Bundeshaushalt dennoch weniger, als er zuvor eingeplant hatte. Die Lücke sei dennoch gedeckt, heißt es aus seinem Ministerium.
DPADeutsche Bundesbank in Frankfurt am Main: Einnahmeausfall führt nicht zu höherer NeuverschuldungFrankfurt am Main/Berlin - Die Bundesbank hat nach eigenen Angaben 2004 einen Gewinn von 676 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr hatte die Zentralbank einen Jahresüberschuss von 248 Millionen Euro verbucht, 2002 sogar 5,4 Milliarden Euro. Den Gewinn führte die Bundesbank am Dienstag in voller Höhe an den Bund ab. Grund für den geringen Gewinn war das historisch niedrige Zinsniveau im vergangenen Jahr, aber auch die Wechselkursentwicklung. Da der größte Teil der Währungsreserven in US-Anleihen angelegt ist, wirkte sich der Dollarverfall 2004 besonders stark aus. Aus Gold-, Dollar- und Wertpapiergeschäften realisierte die Bank Gewinne in Höhe von 191 Millionen Euro. Die wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn waren die Zinserträge in Höhe von 4,9 Milliarden Euro. Bei Aufwendungen von 1,7 Milliarden Euro ergab sich ein Netto-Zinsertrag von 3,2 Milliarden Euro. Wegen des schwachen Dollar seien zum Jahresende hohe Abschreibungen von 2,4 Milliarden Euro erforderlich gewesen, teilte die Bundesbank weiter mit. Beobachter hatten mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. Bundesbank-Vorstandsmitglied Hans Reckers selbst hatte im Januar gesagt, dass die Bank nahezu keinen Gewinn erzielt habe. Die Bundesbank hatte dies dementiert und erklärt, es seien noch Entscheidungen zu treffen, die für die Gewinn- und Verlustrechnung relevant seien. Eichel hatte mit mehr gerechnet Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) erhält somit zum zweiten Mal in Folge von der Bundesbank weniger für seinen Haushalt als vorgesehen. Eingeplant hatte er zuletzt zwei Milliarden Euro. 'Der nunmehr feststehende Einnahmeausfall ist für den Haushalt beherrschbar', erklärte dazu ein Sprecher des Bundesfinanzministers. Durch nicht eingeplante Mehreinnahmen aus der vorfristigen Rückzahlung von Verbindlichkeiten Polens und Dividendeneinnahmen der Deutsche Post und der Deutsche Telekom könne die Finanzierungslücke ausgeglichen werden. Zudem trage auch das derzeitige Zinsniveau am Kapitalmarkt zu Haushaltsentlastungen bei den Zinsausgaben des Bundes bei. 'Nach heutiger Einschätzung führt daher der niedrigere Bundesbankgewinn nicht zu einem Überschreiten der im Bundeshaushalt 2005 ausgewiesenen Nettokreditaufnahme von 22 Milliarden Euro', sagte der Sprecher. Auch könne nach derzeitigem Stand nicht von einer Überschreitung des Maastricht-Kriteriums einer maximalen Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandproduktes ausgegangen werden. Unabhängig davon bestünden Haushaltsrisiken, räumte der Sprecher ein. Diese lägen nicht zuletzt in eventuellen, aber bisher nicht klar zu kalkulierenden Mehrkosten für den Arbeitsmarkt. Darauf habe die Bundesregierung in jüngster Zeit immer wieder hingewiesen. 'Hier gilt es, die weitere Einnahme- und Ausgabeentwicklung im Rahmen des geordneten Haushaltsverfahrens abzuwarten.'
Quelle:: Spiegel.de
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