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Einkaufswagen

Einkaufswagen

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Ein Einkaufswagen ist ein meist aus einem Drahtkorb mit vier selbstlenkenden Radern bestehender Schubwagen, der zum Transport der Einkaufe, meist im Supermarkt, genutzt wird. Oft ist der Einkaufswagen mit einem Kleinkindersitz oder einer Babyschale ausgestattet. Der Einkaufswagen wurde entwickelt, um dem Kunden Transport und Einsammlung der Waren im Markt zu erleichtern, und ist somit als Weiterentwicklung des schon in archaischen Zeiten verwendeten Einkaufskorbes zu betrachten.

none|right|Pretty in Orange: Einkaufswagen und Mulleimer

Table of contents
1 Juristische Definitionen

1.1 Einkaufswagen
1.2 Ankopplung von Einkaufswagen

2 Ubliche Anwendung
3 Pfandmunzen
4 Sonderformen
5 Juristisches / Versicherungsrecht
6 Geschichte
7 Die Affare Mollemann
8 Weblinks

Juristische Definitionen

In Gerichtsurteilen und Patentstreitigkeiten geht es immer wieder einmal auch um Einkaufswagen. Naturlich muss dann immer zuerst exakt geklart werden, worum sich das Verfahren handelt.

Einkaufswagen

Transportwagen (1), der in einen gleichgearteten Transportwagen einschiebbar und mit einer zur Aufnahme von Ware vorgesehenen Einrichtung (2) ausgestattet ist, wobei in seinem Griffbereich (6, 7) ein mit einer Kopplungseinrichtung versehenes Munzschloss (10) angeordnet ist, das auf Pfandbasis ein gegenseitiges An- und Abkoppeln von Transportwagen mit oder ohne Inanspruchnahme einer Sammelstelle erlaubt, dadurch gekennzeichnet, dass das Munzschloss (10) im Bereich eines der beiden Grifftragarme (6) angeordnet ist und sich sowohl am Grifftragarm (6) als auch am Griff (7) abstutzt.

[1] (http://www.jura.uni-duesseldorf.de/vamp/Urteile/LG/4a_O_242-00.html)

Ankopplung von Einkaufswagen

Vorrichtung zum Ankoppeln eines von Hand schiebbaren Einkaufswagens an einen zweiten Einkaufwagen und/oder an eine Station, an der Einkaufwagen gesammelt werden, wobei in die Vorrichtung (5-8) ein Pfand, insbesondere eine Munze einwerfbar ist, um den Wagen zu entkoppeln, und beim Ankoppeln das Pfand freigegeben wird, und das Gehause der Vorrichtung (5-8) am waagerechten Wagengriff(1) befestigt ist, mit dem der Wagen von Hand verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehause ein kastenformig, quaderformiges Teil (5) umfasst, das sich uber den grossten Teil der Lange des Wagengriffs (1) mit gleichbleibendem Querschnitt erstreckt und auf seiner flachen Oberseite (7) eine Werbeflache (6) aufweist.

[2] (http://legal.european-patent-office.org/dg3/pdf/t940811du1.pdf)

Ubliche Anwendung

Ublicherweise geht der Kunde vor dem Einkaufen im Supermarkt zunachst an eine Sammelstelle fur Einkaufswagen, wo diese ineinandergeschoben und mit Sperrketten versehen deponiert sind. In den Schlitz, der meist am Griff eines Wagens befestigt ist, steckt man eine Munze (Pfand). Damit lasst sich die Sperrkette von diesem Wagen losen. Nun fahrt man mit diesem Wagen in den Supermarkt um einzukaufen. Man legt die gewunschten Waren in den Wagen - Kleinteile in den oberen Korb, grossere Teile wie Getrankekisten oder Blumenerde in das untere Fach. An der Kasse angekommen wird die komplette Ware auf das Warentransportband gelegt, von dem/der Kassierer/in verbucht, wieder in den Wagen gelegt und bezahlt. Danach entladt man den Wagen - sei es beim Auto auf dem Parkplatz oder, als Fussganger, bei der Sammelstelle - und schiebt den Wagen an der Sammelstelle wieder in die dort parkende Wagenschlange. Wenn man nun die Kette des letzten Wagens aus der Wagenschlange in den Schlitz steckt, der an dem Munzbehalter des eigenen Wagens angebracht ist, dann kann man die anfangs eingeworfene Pfandmunze wieder entnehmen.

Pfandmunzen

Als Pfandmunzen kommen alle Gegenstande in Frage, die ein Losen der Sperrkette ermoglichen. In Deutschland sind dies ublicherweise eine 1-Euro-Munze oder auch speziell von Werbetreibenden herausgegebene 'Wagenchips' (ohne Geldwert). Es funktionieren aber auch manche auslandischen Munzen, die die gleiche Grosse wie die 1-Euro-Munze haben. Auch die Ringe am Offnungsmechanismus von Getrankedosen eigneten sich - allerdings nur solange, bis die heute ublichen Dosenverschlusse eingefuhrt wurden, bei denen der Ring kein Ring mehr ist und im Normalfall auch nicht mehr abgerissen wird (Stay-On-Tab).

Aber Achtung: Das Oberlandesgericht Nurnberg sagt in einem Urteil vom 20. Marz 2001 (Aktenzeichen: 3 U 3914/00):

Herstellung und Verbreitung von Einkaufswagen-Chips in der Grosse und Starke eines 1-Euro'-Stucks verstossen bei bewusstem und planmassigem Vorgehen gegen § 3 MedVO, § 1 UWG.

In der Schweiz werden in der Regel 1- oder 2-Frankenstucke verwendet, es gibt jedoch in landlichen Regionen noch Einkaufswagen ohne Pfandsystem.

Sonderformen

In Baumarkten und Einrichtungshausern sind auch Sonderformen fur sperrige Waren gebrauchlich. Diese sogenannten Mobeltransportwagen verfugen ublicherweise nur uber eine ebene Ablageflache auf Fusshohe. Bei einigen Modellen ist ein Kleinartikel-Drahtkorb an den Schiebegriffen befestigt.

Gepackwagen auf Flughafen und Bahnhofen weisen ahnliche Eigenschaften wie Einkaufswagen auf.

Inzwischen gibt es auch kinderfreundliche Varianten. In Kindereinkaufsautos sitzen die Kinder unten in einem schiebbaren Auto; daruber ist der Einkaufskorb befestigt. In vielen Supermarkten konnen Kinder ihren eigenen Miniatureinkaufswagen schieben.

Fahrsteigwagen sind Einkaufswagen mit einer speziell fur das Mitfuhren auf Fahrsteigen oder Rolltreppen geeigneten Rollenausstattung.

Auf Marktplatzen im Internet finden sich seit einigen Jahren sogenannte elektronische Einkaufswagen, eine Software, die es dem Kunden ermoglicht, aus einem Katalog ausgewahlte Waren in einer Liste zunachst zwischenzuspeichern. Die in diesem Einkaufswagen oder Warenkorb gesammelten Produkte werden am Schluss gemeinsam abgerechnet. In der Diskussion, ob es sinnvoll ist, Softwarepatente zuzulassen, wird der elektronische Einkaufswagen haufig als Negativbeispiel genannt. Er ist seit 1997 als europaisches Patent angemeldet.

Juristisches / Versicherungsrecht

Wenn ein Auto mit einem Einkaufswagen zusammenstosst, dann haftet der Ladenbesitzer, zu dem der Einkaufswagen gehort. Das gilt auch dann, wenn der Einkaufswagen vom Wind angetrieben ein Auto beschadigt. Der Ladenbesitzer muss dafur sorgen, dass Einkaufswagen ordnungsgemass gesichert abgestellt werden.

Angenommen ein Kunde entladt auf dem Parkplatz den Einkaufswagen und ladt die Waren in sein Auto ein. Wenn nun der Einkaufswagen dabei wegrollt und dabei ein anderes Auto beschadigt, dann kommt die KFZ-Haftpflichtversicherung des Kunden fur den Schaden auf.
Entfernt sich der Kunde ohne auf den Geschadigten zu warten, dann gilt das als Unfallflucht.

Beschadigt ein Kunde mit dem Einkaufswagen ein anderes Auto, wahrend er diesen zu seinem Auto schiebt, dann kommt die private Haftpflichtversicherung des Kunden fur den Schaden auf. Dies ist kein Fall fur die KFZ-Haftpflichtversicherung, weil der Schaden nicht im Zusammenhang mit dem Gebrauch eines Autos entsteht. Erst zu dem Zeitpunkt, an dem das Auto des Kunden geoffnet ist, kommt die KFZ-Haftpflichtversicherung ins Spiel.

Allerdings kann es in anderen Landern als in Deutschland durchaus andere Urteile und Gepflogenheiten der Versicherungen geben, da diese immer auf nationalem Recht beruhen.

Geschichte

Erstmals wurden Einkaufswagen 1937 in den USA eingesetzt: Sylvan Goldman stellte in seinem Humpty-Dumpty-Supermarkt in Oklahoma City den Kunden einen shopping cart zur Verfugung. 1940 meldete er ihn zum Patent an. 1948 gab es erstmals Einkaufswagen in Deutschland, zunachst vermutlich in Augsburg und Hamburg. Diese waren fahrbare Gestelle, in denen man 2 Korbe ubereinander einhangen konnte. 1950 gab es dann die ersten Modelle mit festem Korb. Ein weiteres Kennzeichen des Einkaufswagens ist der grosse Nachlauf seiner Rader, der seine Richtung beim Schieben stabilisiert.
1946 erfand Orla E. Watson (Kansas City) das telescoping shopping cart. Das sind Einkaufswagen, die sich platzsparend ineinander schieben lassen.

Zunachst ohne Ketten standen die Wagen auf Parkplatzen oder in der Landschaft herum. Hilfskrafte - oft Schuler - sammelten die Wagen dann wieder ein. Spater versuchte man durch Einbehalt eines Geldbetrages als Pfand den Kunden dazu zu bewegen, den Wagen selbst wieder zuruckzubringen. Schliesslich fuhrte man das Munzsystem im Zusammenspiel mit der Sperrkette ein. Dieses System konnte sich aber z.B. in den USA nicht durchsetzen. Um zu vermeiden, dass an den Sammelstellen zu viele Einkaufswagen aneinander gekoppelt werden und lange Einkaufswagenschlangen den Autoverkehr auf den Parkplatzen beeintrachtigen, gibt es bei einigen Einkaufsmarkten neuerdings verschiedenfarbige Wagenreihen. Hier lassen sich nur Exemplare derselben Farbe aneinanderkoppeln, was sicher stellt, dass der Kaufer seinen Wagen genau dort wieder ankoppelt, wo er ihn vor dem Einkauf abgekoppelt hat.

Derzeit untersucht man Moglichkeiten, wie man den Diebstahl von Einkaufswagen eindammen konnte. Bei einem Test mit funkgesteuerten Blockiersystemen in einem Supermarkt in Koln reduzierten sich die Diebstahle von vorher 20-30 pro Monat auf einen einzigen. Verlasst ein Kunde die Grundstucksgrenzen des Supermarktes, dann schaltet sich die Sperrvorrichtung ein. An Kindereinkaufswagen ist als Diebstahlschutz haufig eine lange Fahnenstange angebracht.

Die Affare Mollemann

1993 wurde bekannt, dass Jurgen Mollemann auf Briefbogen des Bundeswirtschaftsministeriums fur Einkaufswagen-Plastikchips geworben hatte, die sein Vetter erfunden hatte. Im Verlauf der Affare trat Mollemann als Bundesminister fur Wirtschaft zuruck.

Weblinks

  • Nummern auf Einkaufswagen mancher Supermarkte (http://www.pruefziffernberechnung.de/E/Einkaufswagen.shtml)

en:Shopping cart nl:Winkelwagen

Quelle:: Wikipedia.org
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